Sollten Sie schon vorab mehr über die systemische Therapie wissen wollen, dann sind Sie hier richtig. Wenn Sie sich außerdem fragen sollten, welche Methode und vor allem welche/r TherapeutIn zu Ihnen passt, dann können Ihnen die folgenden Informationen vielleicht ebenfalls weiterhelfen.
Außerdem möchte ich Sie auf meine Spezialisierung aufmerksam machen. Seit Ende 2023 befinde ich mich in Weiterbildung zur „Traumatherapeutin“, eine Zertifizierung dazu steht noch an. Was das über meine Arbeitsweise aussagt, finden Sie weiter unten erklärt.
Für viele KlientInnen, die sich nicht mit den unterschiedlichen Psychotherapieschulen beschäftigt haben, ist es nicht ausschlaggebend, welche „Methode“ die/der Psychotherapeutin/der Psychotherapeut ausübt. Diese Meinung wird auch durch die Psychotherapieforschung bestätigt. So hängt die Wirksamkeit (je nach Studie) zu 50-80% von der Beziehung zwischen KlientIn und TherapeutIn ab. Dies bedeutet, dass KlientInnen sich wohl fühlen können und der Rahmen passen muss, um sich öffnen zu können. Um diesen Rahmen zu bieten unterliegen alle PsychotherapeutInnen einer sehr strengen, gesetzlich verankerten Verschwiegenheitspflicht.
Jede der 23 in Österreich anerkannten Psychotherapieschulen legt somit höchsten Wert auf die persönliche Beziehung, wobei sich die „Tools“ diese zu gestalten unterscheiden werden. Auch wenn es für Sie also nicht ausschlaggebend sein mag, dass ich nach den wissenschaftlichen Erkenntnissen der systemischen Familientherapie praktiziere, so gibt es in unserem Theoriekonstrukt möglicherweise Überzeugungen, die zu den Ihren passen könnten.
Als systemische FamilientherapeutInnen sind wir „KonstruktivistInnen“. Das bedeutet, dass wir nicht an eine „objektiv gegebene Wahrheit“ glauben. Unsere Umwelt ist ein Produkt unserer subjektiven Wahrnehmung und der Interpretation daraus. Wenn wir das nun auf unsere gemeinsame Arbeit ummünzen, so bedeutet dies, dass Sie eine andere „Wahrheit“ vertreten als ich. Damit gibt es keine „richtige“ oder „falsche“ Auffassung der Dinge, sondern einfach nur Unterschiede in der Konstruktion. Eine konstruktivistische Sichtweise ermöglicht es uns daher, das Verhalten unseres Gegenübers nicht zu werten und das ist der ethische Grundpfeiler, den wir in der Psychotherapie als „Neutralität“ bezeichnen.
Wenn Sie es bis hierhin geschafft haben, unterstelle ich Ihnen jetzt einfach vertieftes Interesse an der Thematik und erlaube mir daher einen theoretischen Diskurs, zudem ich Sie hiermit herzlich einlade. Dabei nenne ich die Eckpfeiler, die mir in unserer gemeinsamen Arbeit als Gerüst dienen.
Das „System“ als Bezeichnung in der systemischen Familientherapie ist in der Systemtheorie begründet. Alle Psychotherapieschulen stützen sich auf ein bestimmtes Menschenbild, welches als theoretischer Kompass für ihr therapeutisches Tun dient. Die systemische Familientherapie stützt sich aber mehr auf ein Gesellschaftskonzept, welches nicht ein Individuum im Blick hat, sondern immer zumindest zwei Individuen, die miteinander kommunizieren. Es wird angenommen, dass jeder Mensch in unterschiedlichen Systemen agiert. Durch die Wechselwirkung zwischen Individuum und System zeigen sich die Einflüsse der Therapie nicht nur bei unseren KlientInnen, sondern auch in dem jeweiligen Umfeld.
Sie sind Teil einer Partnerschaft oder Freundschaft – also eines Systems. Weiters sind Sie noch Teil einer Familie, also eines anderen Systems. Wenn wir davon ausgehen, dass Sie nun auch berufstätig sind, befinden Sie sich bereits in einem dritten System. Wenn Sie nun entscheiden, etwas zu verändern, so werden es zuerst die Ihnen am nächsten stehenden Personen bemerken. Je nachdem, was Sie verändert haben, können die Reaktionen von Irritation über Befürwortung, Unterstützung bis hin zu Abneigung gehen. Veränderungen, die Sie vornehmen, haben somit immer auch Einfluss auf Ihr Umfeld.
Als Trauma wird eine „seelische Verletzung“ bezeichnet. Nicht jedes Trauma führt zwangsläuftig zu einer Traumafolgestörung, allerdings lohnt sich vor allem bei (chronifizierten) psychischen Erkrankungen ein traumafokussierter Blick um eventuelle neue Behandlungsideen zu finden.
Im Rahmen einer Trauma(psycho)therapie liegt der Fokus insbesondere darauf, eine emotionale oder psychische Stabilität zu erarbeiten, in manchen Fällen ist auch die Verarbeitung und Integration des Traumas in die Lebensgeschichte gewünscht oder induziert.
Am Zentrum für angewandte Psychotraumatologie habe ich Wissen zur Diagnostik und Behandlung von Traumafolgestörungen erlangt (Trauma-Psychotherapie Curriculum). Darüber hinaus arbeite ich mit EMDR (Eye Movement Desenzitation Reprocessing) und Brainspotting, beides sind zusätzliche Methoden zur Be- oder Verarbeitung von traumatischen Erfahrungen. Klicken Sie auf den jeweiligen Begriff, sofern Sie mehr darüber lesen möchten.
Sowohl beim ZAP als auch beim EMDR Institut Austria ist eine Zertifizierung angedacht aber noch nicht abgeschlossen.
In meiner ersten Ausbildungsphase zur Psychotherapeutin gab es eine brennende Frage unter den KollegInnen: „Was ist der Unterschied zwischen den vielen Schulen?“ Diese Frage lässt sich nicht einfach so beantworten, denn man müsste hierzu 23 verschiedene Grundkonzepte gut erklären können. Auch was die verschiedenen Richtungen gemeinsam haben, wurde ich schon gefragt- und das führt mich zu dem, was ich bereits eingangs erwähnt habe: wir alle teilen uns das Berufsgesetz und alle PsychotherapeutInnen arbeiten nach einem Berufskodex, der ethische Regeln zusammenfasst.
Wenn Sie also nach wissenschaftlichen Kriterien suchen, um sich für oder gegen eine Fachrichtung zu entscheiden, dann steht es Ihnen selbstverständlich frei, sich hierzu noch genauer einzulesen. Wie schon eingangs erwähnt bestimmt das Gelingen einer Psychotherapie in erster Linie die Beziehung zwischen KlientIn und TherapeutIn und erst in zweiter Linie die angewandte Methode.
Verlassen Sie sich auf Ihr Gefühl. Wenn Sie ein Foto, ein Telefonat, ein E-Mail, ein Video oder das Erstgespräch als ansprechend empfanden, sich „wohl gefühlt“ haben oder Sie Ihr gegenüber „sympathisch, kompetent, freundlich, nett,…“ empfanden, dann darf man dies als gutes Zeichen werten. Im Gegensatz dazu, wenn es vielleicht „gehakt“ oder sich nicht passend angefühlt hat, dann sprechen Sie mit dem/der TherapeutIn darüber. Geben Sie Feedback und vielleicht eine zweite Chance und dann verlassen Sie sich erneut auf Ihr Gefühl.
Dazu möchte ich Sie vor allem motivieren, sollten Sie mich als Ihre Therapeutin auswählen. Nur durch konstruktive Kritik ist es mir möglich, mich stetig zu verbessern. Sie sind nicht StatistIn Ihrer eigenen Therapie, sondern ProtagonistIn und haben damit die größte Sprechrolle.
Ich möchte Ihnen dafür danken, dass Sie sich die Zeit genommen haben, bis hier weiterzulesen und sich bereits jetzt mit dieser Thematik befasst haben. Sollte ich Sie mit meinem Vorstellungsvideo noch nicht ganz von mir überzeugt haben, dann ja vielleicht jetzt und sage daher erneut: Ich freue mich von Ihnen zu hören!
Schreiben Sie mir gerne Ihre Fragen an: